Cape May und Little Las Vegas

Posted on November 19, 2007

2


Für dieses Wochenende hatten wir uns die Küste von New Jersey ausgesucht. Zwei Städte haben wir besucht: Cape May und Atlantic City.
Cape May ist der älteste Küstenferienort des Landes. Es wurde bereits 1620 gegründet. Der Strand ist ziemlich breit und im Sommer wohl auch sehr voll. Im Winter findet man jedoch ziemlich gut einen Parkplatz und kann die wirklich schönen viktorianischen Häuser ohne Gedränge anschauen. Auf “jedem” Balkon steht eine Sitzgruppe mit mindestens einem Schaukelstuhl. Gemütliche Leute, obwohl es bei den Temperaturen schon wirklich ziemlich viel guten Willen braucht um, da noch draußen zu sitzen. Cape May ist interessanter Weise einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen man Sonnenauf- sowie untergänge über dem Meer beobachten kann.
Atlantic City ist das sogenannte Las Vegas der Ostküste. Es ist kleiner als das Orginal und liegt am Meer. Die Idee ist allerdings ziemlich genau die selbe. Es gibt ca 10 große Casinos. Dabei sind große Namen wie Ceasers, Hilton und Trump. Praktischerweise haben wir unser Auto für nur 10 $ im ceaserseigenen Prakhaus lassen können.
Zwischen den Casinos am Strand kann man auf der Strandpromenade flanieren. Man kann sich da auch von einem offensichtlich auf jegliche Art Job angewiesenen Menschen in einem seltsamen Wagen herumschieben(!) lassen. Seltsame Vorstellung.
Wir wars denn nun im Casino? Habt ihr viel Geld verloren?
Wir sind als erstes natürlich ins Ceasers Casino gegangen. Nach langen beleuchteten Gängen und verschiedenen Restaurants rechts und links, traten wir in die Spielha(/ö)lle. Es ist wie im Film. Einarmige Banditen soweit das Auge reicht. Dazwischen Würfel-, Poker- und BlackJackTische, Roulette und Würfeln. Es ist etwas düster, so dass man das Gefühl hat es sei Nacht. Der Geräuschpegel der vielen Automaten ist relativ hoch. Nun ja und dann waren wir erstmal enttäuscht. Es wirkte alles etwas schäbig. Wir sind im Raucherbereich ins Casino gekommen und das hat den Unterschichteneindruck, den die Spieler auf uns machten, noch verstärkt. Die Bedinungen hatten wirklich sehr knappe Sachen an, ihre besten Zeiten aber schon lange hinter sich. Unsere Erwartungen wahren wohl von Oceans 11 und Co etwas falsch. Es sind die ohnehin schon armen Menschen, die in den Casinos ihr letztes Geld verspielen, und darin offensichtlich einen Ausweg sehen. Ein sehr trauriges Bild. Viele Rentner verspielen da als Hobby ihre Rente. Das ist nicht so traurig, sie scheinen das wirklich als Vergnügen zu sehen.
Wenn man kein Auto hat, fahren Busse aus allen größeren Städten in der Nähe zu den Busbahnhöfen, die direkt unter den Casinos gelegen sind. Gesehen haben wirs leider nicht, aber es lassen sich wohl auch regelmäßig ältere Menschen aus den Krankenhäusern mit tragbaren Sauerstoffgeräten nach Atlantic City fahren, um da etwas Geld zu investieren. Was für eine Vorstellung … Die anderen Casinos entsprachen im Großen und Ganzen dem Eindruck des ersten. Die einzige Ausnahme bildete da eindeutig das Hilton. Es hatte außer bezüglich der Halb-Playback-Live-Band doch eher den Eindruck eines Klassehotels vermittelt. Wir haben vier Casinos von innen gesehen und sind dazwischen anfangs nicht auf der Strandpromenade sondern sozusagen in der Innenstadt gelaufen. Die Casinos sind große Inseln des Kommerz und das Prunk (wenigstens von außen tadellos). Die Häuser dazwischen sind erschreckend einfach, billig und heruntergekommen. Ein Cash-for-Gold-Laden reiht sich an den nächsten. Die Gestalten die an den Ecken mit Kapuzen tief im Gesicht stehen sind so gruselig, dass wir ziemlich schnell wieder auf die Strandpromenade zurück gekehrt sind. Dieser Kontrast war wirklich krass. Währrend unseres gesamten Aufenthaltes haben wir einen Fahrradpolizisten gesehen. Das war nicht sehr beruhigend angesichts der unglaublichen Zahl von Menschen (die uns sicher nicht alle Böses wollten).
Ein Thema welches uns währrend unseres Ausfluges beschäftigt hat, ist der Zustand der Infrastruktur in den USA. Auch ich bin davon ausgegangen, dass die USA in so ziemlich allen Bereichen Spitzenreiter und “uns weit vorraus” sind. Der Eindruck den die Straßen (incl. Fahrstil), Häuser, Brücken und teilweise Cafes und sanitäre Anlagen machen, ist völlig anders. Ein spektakuläres Beispiel ereignete sich vor ca 2 Monaten mit dem Einsturz einer vollbefahrenen Brücke in Minnesota. Sicher sind die Tatsachen, dass es keinen Krieg und kompletten Wiederaufbau geben musste und die unzähligen Meilen an Straßen Gründe dafür.
Eine kleine Auswahl an Bildern gibt es natürlich wieder an der gewohnten Stelle.

Advertisements
Tagged: , ,
Posted in: Uncategorized